Eingabehilfen öffnen
Zum Hauptinhalt springen

„Wir hatten eine gute Truppe“ – Otto Steinkamp blickt zurück auf die Hufeisen-Region

Otto Steinkamp zieht sich nach 47 Jahren im öffentlichen Dienst zurück (Bildrechte: Clean Fotostudio)

Nach 47 Jahren im öffentlichen Dienst, davon zwölf Jahre als Bürgermeister der Gemeinde Wallenhorst, blickt Otto Steinkamp auf viele Jahre regionaler Zusammenarbeit zurück. Dabei hat er die Entwicklung der Hufeisen-Region zunächst während der ILE-Förderperiode (Integrierte ländliche Entwicklung), später als LEADER-Region begleitet. Zum Abschied möchten wir mit ihm auf diese Zeit zurückblicken und Bilanz ziehen:

Herr Steinkamp, was hat die Kommunen der Hufeisen-Region über die Jahre miteinander verbunden?

Wir haben als Stadtumlandkommunen zu Osnabrück in vielen Bereichen ähnliche Themen, die uns wichtig sind. Mobilität und ÖPNV diskutieren wir in unmittelbarer Nähe zur Stadt Osnabrück natürlich anders als beispielsweise in Glandorf oder Quakenbrück. Über solche gemeinsamen Anliegen sind wir als Region auch stärker zusammengewachsen.

Wo hat sich der Mehrwert des Zusammenschlusses besonders gezeigt?

Die Zusammenarbeit zwischen den Kommunen ist intensiver geworden. Bestimmte Themen konnten wir gut in einer kleineren Runde mit den Hufeisen-Kommunen umsetzen und nicht gleich mit allen 21 Kommunen. Es waren auch nicht immer nur konkrete Projekte. Durch die Hufeisen-Region ist zum Beispiel eine enge Abstimmung mit der Oberbürgermeisterin der Stadt Osnabrück entstanden. Dabei ging es etwa um Gewerbeansiedlung, aber auch andere gemeinsame Fragestellungen, die wir voranbringen konnten.

In der LAG arbeiten kommunale Vertreterinnen und Vertreter mit Wirtschafts- und Sozial-Partnern zusammen. Wie haben Sie dieses Miteinander erlebt?

Ich habe die Diskussionen, die wir dort geführt haben, als sehr wertschätzend erlebt. Man bekommt unmittelbar zurückgespiegelt, wie Antragstellende oder WiSo-Partner bestimmte Dinge einschätzen. Sie haben hier und da einen anderen Blickwinkel auf gewisse Themen als die Kommunen oder deren Vertreterinnen und Vertreter.

Gibt es ein Projekt aus Ihrer Zeit in der Hufeisen-Region, an das Sie sich besonders gern erinnern?

Mein Lieblingsprojekt ist eigentlich unser gemeinsames Startprojekt, die Hufeisen-Route. Alle sechs Kommunen waren daran beteiligt und die Route verbindet sie auch miteinander. Dabei geht es ja nicht nur ums Fahrradfahren, sondern auch um Tourismus und darum, das Ganze in die Bevölkerung zu bringen. Ich bin die Route selbst auch schon zwei-, dreimal abgefahren. Das ist einfach ein tolles Ergebnis für die Menschen vor Ort. Ich wünsche mir noch mehr Projekte, die auf diese Weise alle Kommunen einbeziehen.

Wenn Sie auf die kommenden Jahre schauen: Vor welchen Herausforderungen stehen die Kommunen?

Eine große Herausforderung sind die finanziellen Rahmenbedingungen, die deutlich schlechter werden. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an die Kommunen. Dazu gehören zum Beispiel die Ganztagsbetreuung an Schulen oder die fehlenden Pflegeplätze. Grundsätzlich braucht es auch weiterhin kommunale Fördermittel. Diese sollten aber nach Möglichkeit über einen Flächenschlüssel direkt an die Kommunen weitergegeben werden. Der Verwaltungs- und Overheadaufwand könnte dann deutlich gesenkt werden.

Was wünschen Sie der LAG und der Hufeisen-Region für die Zukunft?

Ich habe die Zusammenarbeit in der LAG als sehr wertschätzend erlebt. Wir hatten eine gute Truppe und haben viele Dinge gemeinsam und einheitlich entschieden. Für die Zukunft wünsche ich mir, dass dieses Miteinander erhalten bleibt und daraus noch mehr gemeinsame Projekte entstehen, an denen alle Kommunen beteiligt sind und von denen die gesamte Hufeisen-Region profitiert.